21. März 2015

I´m back with lots of NEWS....

Howdy, hier ist euer Caesi

Es wurde dringend Zeit, dass ich mich zurückmelde... Und das mit gewaltigen Neuigkeiten... Ihr werd staunen.

Das Geschichte schreiben ist während dem Aufenhalt in Norwegen etwas abgebrochen. Meine Vertreterin Cleo stand unter Schock.
Nachdem sie im hohen Norden war und auch noch ans Rennen mitgeschleppt wurde, welches sich als Regen-Sturm-Armagedon herausstellte, weigerte sie sich strikt, etwas darüber zu berichten.
Sie weilt seit dem auf Kur im Süden, unter Palmen und redet nicht mehr mit uns...
Nur so viel, die Wetterverhältnisse am Rennen glichen einem Waterfall-Inferno. Der Musher, samt 14-köpfigen Husky-Team und Cleo vorne am Schlittensack befestigt, waren für eine lange Nacht in der Wildnis verschollen. Wo sie sich Löcher gruben und dort überlebten. Zurück kamen eine völlig verstörte Cleo und 14 komplett nasse Husky und ein tropfnasser Musher. Irgend wann gaben sie dann das Rennen auf und begaben sich zur Cabin zurück, wo sich alle von Husten und Schnupfen erholten. Die restliche Zeit genossen sie dann noch bei der Cabin und nach einer langen, strapaziösen Heimfahrt, kamen sie dann endlich bei uns zuhause an. Wir waren alle sehr dankbar und froh, dass überstanden zu haben. ABER... sowas kann uns nicht abhalten, den Norden, so bald als möglich, wieder aufzusuchen... ABER... ohne MICH!

Kaum hier angekommen, ging der Stress schon weiter. Vorbereiten der grossen Club-Show, Besuch aus Amerika... wieder Besuch aus Amerika. Das war viel Spass... und jetzt bereits sich meine Menschen schon wieder auf kommende Schlittenhunde-Renn-Saisons vor.

Jetzt hab ich eigentlich genug. Ich packte meine Koffer, nahm Nanachan an meine Seite und wir zogen los... bis Innsbruck zum Sohn des Hauses und seiner Frau. Wir sind jetzt Bergfex und geniessen das Leben mal dort... Sollen die Schlittenfahren - ich geh Bergwandern.

ABER, ich werde euch erhalten bleiben. Mit vielen Geschichten aus den Bergen des Tirols... 
Und für das Leben im Husky-Kennel, habe ich einen wunderbaren Vertreter gefunden, der euch in Zukunft wieder viele, neue Geschichten aus dem Alltag der Huskys erzählen wird. 
Er ist ein unglaublich lieber Kerl, fällt aber unter den vielen Siberian Huskys etwas auf. Und hier ist er, der neue, rasende Reporter von Northern Wilderness:

Whistler - schneller wie der Wind

Nicht erschrecken, der schaut immer so drein. Der ist ur-lustig...

So long Leute, ich komme wieder - keine Frage!
Pfote drauf!
Euer Caesi

 

Hier noch ein paar Eindrücke von unserem Leben in den Bergen:

4. März 2014

"Nomaden des Nordens"

Endlich haben wir diese wunderschöne Cabin bezogen, tut sich schon das nächste Problem auf. Wo trainieren wir die Hunde?
Alles wäre so perfekt. Der Trail vor der Haustüre, das Stake-out neben der Cabin, mit Schneeschuhen einen Trailanschluss geschaffen... und draussen tobt ein Föhnsturm mit 2-5 Grad Wärme im tiefsten Norden. Das Wasser läuft überall herunter. Die Stimmung wird immer nervöser und etwas verzweifelt. Der Trail ist nicht mehr benutzbar. Der Fluss taut auf. Resp. ist schon grössten teils aufgetaut und nicht mehr befahrbar.
Also, weichen wir alle in die Berge aus. Trailer wieder einpacken, Schlitten zerlegen und in den Wohnwagen. Oben in den Bergen tobt ein Sturm. (Leider keine Bilder vorhanden, da mein weiblicher Mensch grad mit dem Überleben kämpfte J )
Das Team in zwei Teams aufgeteilt und los ging es. Mal zuerst den Trail erkunden.
Das gleiche Spiel heute wieder. Schlitten zerlegen, einladen, alles anhängen, trainieren... und nun steht es fest – wir übersiedeln wieder mal. Boah, was für Neuigkeiten. Das sich die auch nie auf was einigen können. Ab morgen leben wir in den Bergen. Naja, wenn sie meinen. Die Wettervorhersagen versprechen tiefere Temperaturen. Auch heute war es schon etwas kälter. Mit dem Fazit, wir versinken jetzt nicht mehr bis zum Knie im halbweich Schnee, sondern schlittern auf einer Eisbahn. Mein Mensch sagt: Einsinken war doch besser. Na, was jetzt?
Aber zugegeben, es ist schon SEHR eisig und rutschig.
Jetzt gehören wir zu den Bergleuten. Ich werde es Caesi nie verzeihen, mich hier mitgeschickt zu haben!

Hier geht es zum 1. Teil des Norwegen Albums - auf das Bild klicken!

Die Tage fliegen nur so dahin und die Hunde über den Trail. Die Temperaturen sind für diese Jahreszeit sehr mild, hier oben in den Bergen aber mit den ca. -4 - -10 Grad und dem starken Windchill trotzdem bissig.
Heute haben wir das teuerste Stroh aller Zeiten gekauft. Für 6 Ballen 100.- Euronen. Bei uns zuhause kriegen wir dafür einen halben LKW voll. Dafür war nachher unser Auto ein stechender Strohhaufen. Meiner nicht würdig und ich hoffe, meine Menschen kriegen das wieder sauber. Und dann freuen sich die Huskys nicht mal und gehen in einen Stroh-Streik.
Denali und Mazzi blieben heute bei meinem Frauli zuhause. Denali ist zu schwach beim Rennen, Mazzi will zwar, sieht aber müde aus. So ging´s mit 14 Huskys auf den Trail. Der Musher hat sich dann irgend wann oben auf den Fjells etwas verfahren, daher waren sie schon früher wieder zurück. Das war wohl die falsche Richtung gewesen. Sehen tut man dort oben eh nichts. Beim Hinfahren Dauersturm von links und beim Retourfahren, Dauersturm von hinten rechts. Das gibt dann aber einen netten Jetstream und treibt einem voran. Den Huskys scheint das aber egal zu sein. Die rennen auch gegen Sturm, mit Sturm, ohne Sturm... und ich geh jetzt in die warme Kuscheldecke.

Hier geht es zum 2. Teil des Norwegen Albums - Auf das Bild klicken!

Unterdessen sind einige Wochen vergangen. Einige sehr abenteuerliche, spannende, aber auch mühsame Zeiten, die wir gemeinsam durchlebt haben.

 

Auf dem Fjell -30 Grad mit gewaltigen Stürmen. Dann wieder Temperaturanstiege bis 8 Grad und etwas Regen. Eis, Frost, wieder Schnee und wieder sinkende Temperaturen.

Dann einen Giardien Infekt. Jetzt wissen wir auch, wo die Tierklinik ist und was einem das alles kosten kann. Aber extrem liebe Leute dort. Sehr hilfsbereit und fürsorglich.
Langsam fühlen wir uns wie Einheimische. Wir kennen schon viele Orte, den Trail finden wir auch.Wir können Butter und Brot kaufen, wir wissen wo wir Gasflaschen auffüllen können. Wir kennen den Ort, wo man den Abfall abliefern kann. Für 100.- Kronen Eintritt. So nenne wir das. Eintritt für die Abfallablieferung zu bezahlen. Denn, wir wissen unterdessen auch, dass 2 Säcke genauso viel kosten, wie wenn wir mit einem Anhänger voll dort hinkommen. Die Tonne mit dem Restabfall heisst: Restavall und so weiter.... so einige Wörter ergeben sich von selber. Vorwiegend dann, wenn man unser deutsches Wort mit b schreibt, dann ist es hier ein v... ist doch einfach, oder? Naja, nicht ganz!

 

Draussen ist es unterdessen schon tiefe Nacht und die Huskys sind immer noch am Trail. Der Tag des Rennens naht immer mehr. Die Nervösität steigt. Heute war der Vet check und morgen geht es ins Finnmarkslopet Office nach Alta.
Hier stehen 10 grosse Säcke für die Food Drops herum... alle vollgepackt mit Hundefutter, Booties etc. Bereit, für am Donnerstag auf den Lastwagen geladen zu werden, um zu den Check-Points geliefert zu werden.

Nordlichter hatten wir in der Zwischenzeit auch einige und es ist immer wieder beeindruckend, was die Natur einem an Wunder bietet.

Album Nordlichter - auf das Bild klicken!
Album Wildlife & Nature - auf das Bild klicken!

Ich kuschel mich wieder in meine warme Decke und warte, dass die Huskys bald nachhause kommen mögen. Sie fehlen einem schon, mit ihren lauten Organ. Schätze aber, sie werden sehr müde sein...

So long, bis bald
Eure ~Cleo

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9. Februar 2014

Eine Cabin zum Träumen….

Wenn man 3´558km gefahren ist, freut man sich echt auf eine schöne Dusche.
Und wenn man dann feststellt, dass die Cabin, welche man reserviert hat, genau 5m2 ist, 1800.- euro in 6 Wochen kostet, keinen Strom hat, kein Wasser und nichts zum Heizen, dann schaut man noch dreckiger aus der Wäsche, als man eh schon ist.
Und ja, wir haben das alles im vornherein gefragt. Und ja, man gab uns die Auskunft: ja!
Bei aller Liebe zum Outdoor-Freak Leben – irgend wann ist Schluss. 9 Monate in einem Zelt im tiefen Tschukotka zu leben, ist auf jedenfall bei weitem denkbarer, als in einem Wohnwagen, der vollgeräumt mit Booties, x-Backs, Futter, Vorräte, Kleider... etc. ist und genau noch ein Bett zum schlafen bietet. Diese „tolle“ Cabin hätte nicht mal getaugt, um sie als Abstellkammer zu nutzen und im Wohnwagen zu leben. Denn spätestens wenn die Temperatur doch wieder einige Tage unter Null fällt, hätten wir mit vielen Dinge nicht mehr gewusst wohin.

Der Plan ging auf – wir mussten die teuerste Cabin aller Zeiten mieten – oder alles abbrechen und heimfahren.

Die Cabin jetzt ist einfach toll. So viel Luxus wäre auch wieder nicht nötig gewesen. Aber scheinbar ist eine normale Lösung, von einer normalen Cabin nicht möglich.
Die Hunde sind jetzt vor der Hütte, - das Stake-out gleich neben der Cabin. Schrieb ich Stake-out?

Ich kann mit meinem Menschen am Balkon sitzen und alles überblicken. ICH kann ja dort auch sitzen bleiben und meine Menschen beobachten, wie sie bis zum Knie im Schnee versinken.

Es muss extrem kräfteraubend sein, so wie das aussieht und sich auch anhört. So laut hab ich noch nicht mal Walrösser schnaufen gehört. Das Spiel machen sie 3x täglich je 2x. Ich zähl immer mit... Frauli stampfte mit Schneeschuhe einen Weg. Bis ein 100kg Peter kam und dort alles durchwühlte. Jetzt versinkt auch sie wieder bis zum Knie. Und mit jedem mal betreten, wird das luftiger und tiefer. Um ehrlich zu sein... sie sieht mehr tot, als lebendig aus, oder so ähnlich.
Die aufregendste Situation war ja der Besuch eines Samojeden. PARTY!
Zum Glück war mein weiblicher Mensch grad ganz alleine. Da war´s noch spannender zum Zuschauen.
Kaum erblickten die Huskys den Samojeden, ging ein ziemlich lauter Schallpegel los. Mein Mensch war sofort zu Stelle und hechtete Richtung des kleinen Zaunes, welcher den Stake-out Platz zum Wald und Weg absperrt.
Apropos Absperren – dem Samojeden versperrte er auf jeden fall nicht den Weg.... und schwupps war er schon drüber und bei Kodiak. So einen Hechtsprung hab ich von meinem Menschen noch nie gesehen! Faszinierend! Und da lagen sie dann - da ja im tiefen Schnee nicht an Bodenhaftung zu denken war. Etwas abgelutscht wurde der Samojede wieder über den Zaun befördert und dann sah ich nur noch meinen hechelnden Menschen im Schnee liegen... Alles noch mal gut gegangen.
Ich muss gestehen, mein erster Gedanke war: Wo um alles in der Welt vergraben wir in diesem vereisten Boden einen Samojeden!
Der hat sich scheinbar solche Gedanken nicht gemacht, denn er lächelte sogar noch beim Davontraben - naja, eher schlich er sich. Offensichtlich hatte er noch nicht genug. Freundliche Tierchen, diese Samojeden!

Papa Schlumpf bei der Trail Begehung!
Papa Smurf on the Trail! 

Trail Begehung: hoffentlich wird das Wetter bald kälter. Der grosse Fluss vor uns macht uns allen etwas Kopfzerbrechen, Auch den Einheimischen und das wirkt nicht beruhigender... ich hoffe, er hält das durch. Denn morgen müssen wir dort auf dem Trail und ich fürchte, die binden mich vorne auf den Schlitten...

 

So long, Eure ~Cleo~

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8. Februar 2014

3´558km in 3 Tagen, 14 Stunden und .... Minuten!

(First of all, I want to appolozige, that these Blogs are not written in English.

I think, my english is too poor, that it would be good enough to write Blogs.
Hope, google translate may help a little bit. If it´ll sound too weird, well - it maybe is weird as well in German. Living with almost 30 Siberians, is quite a weird thing!)

 

 

Sie haben mich gefunden!

 

Ich Cleo, Caesi´s plüschige Freundin, bin meinem Schicksal nicht entronnen. Ich vertrete nun doch Caesi, den rasenden Reporter von Northern Wilderness, als Berichterstatterin aus der Eishölle.

 

So was hat keiner verdient – und ich schon gar nicht!

Nun sitz ich da! Im Pick-up mit Karte, GPS und Fahne bewaffnet. Die Fahne zur Ehre unserer amerikanischen Freunde und Familie. Ich kann nur hoffen, dass sie mich nicht auch noch auf den Trail mitnehmen. (Doch Cleo, werden wir – Anmerk. d der Red. J )

 

Mit einem halben Tag Verspätung, hat sich dann endlich diese Karawanserei in Bewegung gesetzt.

 

  1. Tag der Reise:
    Schwierig etwas darüber zu berichten... es fuhr halt. Weit, lange und langweilig. Bis mein Mensch auf die Idee kam, in Dresden einen lauschigen Platz aufzusuchen, wo wir Vierbeiner uns vergnügen können und die Beine vertreten. Ich fürchte, dort haben sich schon ganz andere vor uns vergnügt. Die Dinge die wir dort fanden, waren weder hundegerecht, noch romantisch. Unsittlich... ich sage nur unsittlich. Eklig und grauslich. Mein Mensch ergriff mit uns bald einmal die Flucht. In der Nacht haben wir dann einen echt netten Platz gefunden, wo wir uns alle sehr wohl fühlten. Unser Mensch ging sogar mit uns allen, nach und nach, etwas spazieren. Dafür liessen wir sie dann aber auch 2 Stunden schlafen. Mensch sah schon etwas mitgenommen aus.
    Nachtfahrten mit 16 Siberian Huskys auf deutschen Autobahnen sind echt nicht zu empfehlen. Das Fahren selber ist herrlich. Fast alles leer. Himmlisch. Aber, man darf nie auf die Idee kommen, mit all den Huskys in der Nacht eine Pause einlegen zu wollen. Sämtliche Parkplätze bis auf den letzten Platz mit LKW´s zugestopft. Inkl. die dafür vorgesehenen PKW Plätze. Das war echt zum Fell raufen. Da meine Menschen sowas wie Rücksicht besitzen, wollten sie sich nicht mit 16 Siberian Huskys, neben schlafende LKW-Fahrern, einparken. Zum Glück fanden wir diese nette Lösung, zwischen abgelegenen Fabrik Gebäuden.

 

2. Tag der Reise

Viel Fahren! Ganz viel fahren. Am meisten beeindruckte uns die Fahrt über die Brücke nach Schweden. Auf so einer Brücke über das offene Meer zu fahren, hat schon was.

An der Schwedischen Grenze machten wir das erste Mal mit dem Zoll Bekanntschaft. Der Beamte forderte uns auf, sämtliche Unterlagen für die Schlittenhunde vorzulegen. Mein weiblicher Mensch kam schmunzelnd, mit 2 grossen Dokumentenordnern, daher geeilt. Als der Beamte die 2 grossen Ordner sah, hat er offensichtlich schon das erste Mal bereut, danach gefragt zu haben. Beim Kontrollieren aller Dokumente und 16 Impfpässe, sah man seinen Eifer zusehends schwinden. Aber, was er angefangen hatte, zog er freundlich lächelnd auch bis zum letzten Impfpass durch. Er war wirklich ein ganz lieber und immer lächelnd. Innerlich hat er sicher die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Nachher ging es wieder weiter.

(Übrigens, bis jetzt hat noch keinem die EU-Bewilligung für den Transport von mehr wie 5 Hunde interessiert. Und kennen tut das auch keiner. Das scheint ein weiteres Mal ein Gesetz zu sein, dass die EU alleinig für sich gemacht hat. Und für den Betroffenen mächtig für Ärger und Arbeitsaufwand sorgt).

Und noch etwas fällt auf. Wir gehen gewaltig oft Tanken. Kaum sind wir zur einen Tankstelle raus, fahren wir zur nächsten rein. Und je weiter wir gegen Norden kommen, steigen die Preise adäquat an. Rapide.

Positiv zu berichten ist, die Gremlins machen Fortschritte, was den Soundpegel betrifft. Anfangs hab ich mich erschrocken, dachte, es stimmt was nicht. Aber nein, die können doch tatsächlich auch mal ihre Schnauze halten.

Unsere Reise führt uns jetzt zu unseren menschlichen Freunden nach Ludvika/Schweden. Dort werden wir die Nacht verbringen. Die Dorfbewohner haben uns extra den Hundeplatz mit Clublokal, Küche und allem Drumherum zur Verfügung gestellt. DANKE DANKE!

 

Und, man sollte keine Geschichten schreiben, bevor man nicht dort ist.
Denn, man kann sich noch oft verirren und Ausfahrten verpassen, in falsche Richtungen fahren, retour fahren.... und vor Wut fast platzen, weil keine Tankstelle hier irgend welche ausländischen Kreditkarten akzeptiert. Das höchste der Gefühle war die Erlaubnis, 27,88 l zu beziehen. Das Spiel macht man dann mehrmals, um den Tank des Pick-up´s zufrieden zu stellen. Bei der Frage, nachdem wir endlich eine „bemannte“ Tankstelle fanden, ob wir auch an der Kasse zahlen dürfen, bekam wir folgende Auskunft: „No, I don´t know, what´s wrong with your credit card“
„Nothing Madame, it´s just an Austrian credit card“
„Well, that´s your problem“

 

Ops, so kannten wir die netten Schweden gar nicht.

Man sollte nie mit Wut im Bauch losfahren. Schon verpasst man die nächste Auffahrt....

 

3. Tag der Reise
Nachdem wir einen tollen Abend beim Clubhaus für Gebrauchshunde verbringen durfen, konnten wir endlich etwas erholsamen Schlaf finden. Was für tolle Freunde, die mitten in der Nacht für uns da sind und im voraus alles organisierte hatten. Dann auch noch alle zum Clubhaus kamen, um uns zu begrüssen. Das war wohl das schönste Clubhaus eines Hundevereines, dass wir je gesehen hatten. Und so viele, liebe Menschen.  Romantische Stimmung bei Kerzenlicht und leichtem Schneefall. Wie im Märchen.


Gegen Mittag und nach einem guten Frühstück mit unseren Freunden, machten wir uns auf die Weiterfahrt.
Wald, Wälder... viele Bäume, Wald... noch mehr Bäume, Wälder.
Dann fanden wir die schönste Raststätte, die wir bis anhin kannten. Mein Mensch war ganz hin und weg. Spazieren mit 16 Hunden. Bewegung für uns alle! Dann Weiterfahrt. Wald, Wälder, Baum, Bäume... noch mehr Bäume. Eis, Schnee und leichter Schneefall. Die Temperatur sank. Mitternachts Dinner und nochmals Spaziergänge.  Schon beim Futter herrichten, war die Situation anders, als sonst. Plötzlich kam meinem Menschen der Gedanke, dass man eingeweichtes Futter ev. doch nicht so in der Wildnis herumstehen lassen sollte. Umdenken ist wieder angesagt.
Die Hunde waren angespannt, frassen nur in den Boxen. Beim Spazieren sehr anhänglich und ständig Witterung aufnehmend. Prinzessin Mazzi beschloss, gleich wieder in die Box gehen zu wollen. Gescheites Mädel. Ich, Cleo, geh da erst gar nicht raus.
Und plötzlich waren sie da, die zwei leuchtenden Augen im Stirnlampenlicht, zwischen den Bäumen. Beobachtend und starr. Mein Mensch verhielt sich ganz ruhig und die Situation mit den Hunden wurde uns bald einmal klar. Irgendwann wurde ein Spiel darauf. Wir beobachteten uns gegenseitig, mit respektvoller Distanz. Am nächsten Morgen konnten wir die Spuren sehen.
Wir Hunde sind schlau, wir wissen ganz genau, dass wir ein nettes Leckerli für die wären. In der Nacht Wolfsheulen. Ganz stille Hunde und ein Mensch, der am kalten Wohnwagenboden etwas mit dem Schlafsack im Konflikt war.

 

In der Nacht Aktion Warentest. Schlafen auf dem ungeheizten Wohnwagenboden. Isomatte: hielt einigermassen stand. Hart, sehr hart. Gut!

Kuschelschlafsack mit Beine und Arme: kuschelig am Kaminfeuer zuhause.  Ungeheizter Bodenzustand: unbrauchbar bis unnütz. Ab 0 Grad Unterkühlungseffekt fortschreitend. Sehr mangelhaft!

Canada Goose Jacke: Rettung in allen Situationen! Perfekt!

Polarboots: sehr warm beim Bewegen. Wenn man es kann, denn sie sind so gross und schwer, dass man am Ende 2kg mehr Muskelmasse besitzt. Beim Liegen am Boden, kühlten auch jene ab und behielten diese Temperatur konstant bei – nämlich – tief!
Teilweise gut, teilweise enttäuschend!
Ich möchte auch endlich mal bei diesem Warentest mitmachen. Ich sitz nackt mit Westi-Fell am Armaturenbrett.

 

4. Tag der Reise
Die üblichen Spaziergänge am Morgen. Wassern, weiterfahren.
Noch 890km bis nach Alta/Norwegen. Komisch, auf der Karte sah es eher nach weiteren 3000km aus. Die Temperatur war wieder etwas wärmer geworden. Die Strassen gesalzen. Schwedische Hauptstrassen sind genial, da 90% Richtungsgetrennt. Das Navi meldete Strassensperren von vielen Kilometern. Wir hatten Glück, die Strassen waren wieder befahrbar. Waren sie noch letzte Woche, infolge heftigen Neuschnees, gesperrt.

 

In Lulea, eine Shopping Tour mit 16 Schlittenhunden! Hätten sie wohl gerne! Diesmal war ich an der Reihe. Und ich war der einzige Hund, der dort rein durfte. Sie sagen, das sei okay, weil ich ja NUR aus Plüsch bin. NUR ..... warum sagen sie NUR, wenn es doch ein Privileg ist. Einzig und allein das Vorhanden sein eines Geschäftes Toys´r Us machte mir etwas Kopfzerbrechen. Wollte ich dort keinen falls zum Verkauf angeboten werden. Caesi würde das sicher zulassen... Aber, ich sitz wieder im Auto und fahr weiter durch Wälder.

 

Der Weg an die finnische Grenze wurde immer abenteuerlicher und leerer. Beinahe hätten wir zwischen Lulea und dem Grenzübergang einen Stau erlebt. Wir sahen einen Truck und zwei Autos.

In Finnland ist die Gegend einfach bizarr. Starre, gefrorene Bäume. Herunterhängende Hochspannungsleitungen... es sieht wie in einer unwirklichen Geschichte aus. Auch wenn es Nacht ist. Durch die Scheinwerfer bestrahlte Skulpturen der Natur lassen einem vor Ehrfurcht erschaudern. Noch mehr erschaudern lassen einem die Trucks, welche einem so ca. alle 30Min. begegnen. Pick-up mit Wohnwagen und ein Truck passen käumlich neben einander vorbei. Was die Truckfahrer keineswegs beeindruckt. No risk, no fun! Ich fand´s gewaltig unlustig.
Und plötzlich erscheint ein rotes Licht am Horizont, welches den ganzen Himmel hinter den bizarren Bäumen erstrahlen lässt... unwirklich. Eine Stadt in der Wildnis. Hoch modern, mit der neusten Technik, welche wir je gesehen haben. Zwischen Lulea und Alta haben wir ca. 5-6 solche Städte gesehen. Mehr gibt es nicht J
Diese aber, sind um so beeindruckender. Da können wir uns in Österreich mit aller modernster Technik verstecken. Und ÜBERALL vollen WiFi und Handy Empfang. Egal wie weit weg von allem.

Zuhause kriechen meine Menschen auf die hohen Hundehäuser, um mal mit den Freunden im Nachbardorf telefonieren zu können. Hier fährt man in der Wildnis und kann von überall her telefonieren. Ein sehr angenehmes, überlebenssteigerndes Potential!

In Finnland fährt man lange an der Datumsgrenze entlang. Welche man beim Eintritt nach Norwegen auch wieder verlässt und gleich mal 1 Stunde wieder jünger ist.

Am norwegischen Zoll angekommen, war es schon sehr spät. Ein verschlafener Beamter drückte auf das grüne Licht und wir durften fahren. Verwirrt von so viel Grosszügigkeit und etwas verunsichert, blieben wir stehen, gingen in das Grenzhaus und fragen, ob er denn nicht die ganzen Unterlagen sehen wolle. Er murmelte was von: „Austrian Musher!... you can go!“
Eigentlich klang es eher nach: „Austrian Musher, please leave me alone and don´t cause any troubles“
Bei meinem weiblichen Menschen machte sich tiefste Enttäuschung breit. Keiner interessierte sich für irgend etwas. Nicht für die Formulare, an denen wir Wochen gearbeitet haben, noch für die Chip Nummern, die wir x mal abgeschrieben haben. Auch nicht für die übertrieben oft durchgeführten Entwurmungen, der armen Huskys. Amtsärzte die wir aufgeboten haben... Abermalige Impfungen... Nichts... einfach nichts! Schlussendlich waren wir dem schwedischen Beamten sowas von verbunden, dass wenigstens er uns kontrollierte und dann unsere Korrektheit zu schätzen wusste... Also, ein bisschen mehr Anerkennung hätten wir uns alle schon erwartet. So eine herbe Enttäuschung... aber wehe, wir hätten es nicht gehabt...

Das wir dann allerdings bald mal auf Schweizer Passtrassen herumfahren würde, das hätte keiner von uns geahnt. Steilste Abhänge, Lawinen Niedergänge, Steinschläge... schlimmer, als wir je die engsten Passtrassen der Schweiz befahren hatten.
Übernachtet haben wir dann 20km vor Alta, denn auf dem Strandcamping Platz, hätte sicher niemand Freude gehabt, wenn wir um 2h Nachts mit 16 Huskys eine heulende Party gefeiert hätten. Also, nochmals mit 16 Huskys spazieren gehen. Das kann was, ich sag es euch. Um 3h morgen fielen meine Menschen, schon halb halluzinierend aus den Socken.

 

Am nächsten Morgen fuhren wir dann Richtung Alta. Und als erstes begrüsste uns ein Elch, welcher genau vor uns die Strasse überquerte. Leider war mein Mensch mit dem Handy zu langsam. Man kann den Elch nur noch auf dem Bild erahnen.

Ein paar Impressionen der letzten Tage:

Heute ist nicht aller Tage, ich komm wieder, keine Frage...

Eure ~Cleo~

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  • Elisabeth Heis (Sonntag, 09. Februar 2014 11:11)

    Fast unvorstellbar, was für Zufälle es gibt. Bei so einer grossen Distanz, ist das wie eine Nadel im Heuhaufen.
    Liebe Grüsse in die Schweiz!

  • Franziska Kohler (Sonntag, 09. Februar 2014 10:22)

    Hallo Caesy
    Euer Gefährt habe ich bei meiner Rückreise aus dem Norden ca. 100 km südlich von Sundsvall gesehen. Es sah wirklich beindrucken aus und glaub mir, ich kann eure Strapazen schon fast physisch spüren.
    Immerhin mache ich diese Reise fast jedes Jahr! Okay, nur mit zwei Husky, dafür alleine ;-)
    Geniesst jetzt die Zeit in Alta! Ich bin jetzt wieder zu Hause und vermisse die Wintermärchenwelt schon jetzt !!!!

3. Februar 2014

DIE CHAOS-THEORIE

Wenn einer eine Reise tut... und wenn es mit 16 Hunden ist, dann wird das Ganze noch spannender.

 

Hier ist was los; und das mitten in der Wildnis. Schon seit Wochen.

 

Ich bin ja sowas von schreibfaul geworden. Unfassbar. Dieses Jahr war ständig so geprägt von so vielen, unterschiedlichen Dingen, dass ich einfach keine Zeit fand, da irgend was zu unternehmen. Schreibblockade nennen das berühmte Schriftsteller.

 

Nun geht es nicht mehr anders. Meine Menschen haben gesagt, es muss was geschehen. Ich muss schreiben. Zuerst hab ich mich mal auf die Suche nach der lang verschollene Cleo(patra) gemacht. Ihr erinnert euch noch? Diese zickige, plüschige Westi-Dame?

Nun, für jene, die sie noch nicht kennen, bitte im Sommer 2012 nachlesen.

 

Und nun ist der Tag doch gekommen. Meine Menschen und 16 unserer Huskys machen sich morgen auf den Weg nach Norwegen. Weit hinauf in die Kälte. Na, hoffentlich ist es wenigstens dort kalt und hat Schnee. Ist ja dieses Jahr nirgends mehr sicher, ob es einen Winter geben wird, oder nicht.

 

3´338km liegen vor ihnen. Von Österreich nach Tschechien, durch Deutschland, Dänemark, über die Brücke nach Schweden, dann durch Finnland und schlussendlich nach Norwegen, Alta. Das sieht mir sehr nach Karawanserei aus.

 

Die wollen dort die Huskys trainieren, um am 1000km Finnmarkslopet teilnehmen zu können. So bescheuert muss man erst mal sein. Wir haben alle gemeinsam besprochen, dass wir unser bestes geben werden. Ich hier beim Hüten der restlichen Hunde und sie dort oben. Und wir lassen uns durch nichts abhalten. Wenn´s nicht gelingt, nächstes Jahr nochmals.  Das kann ja was werden...

Sie packen schon seit Tagen den Wohnwagen. Huschen von einem Ort zum anderen und schleppen Akten mit sich herum. Ja, Akten – DAS Thema. Mit 16 Hunden durch die Europäische Union zu reisen, ist scheinbar komplizierter, als 20 ostafrikanische Elefanten einfliegen zu lassen.
Nun wissen wir alles, wir sind Spezialisten. Und darum schaffen sie dieses Gesetz ab Mai 2014 ab. Unnützes Wissen nennt man sowas... und das in 2 grosse Ordner verpackt!

 

Ein paar kleine Eckdaten zu einem so langen Rennen:

680kg Trockenfutter
120kg Trockenfleisch
10 Dosen Vitamin Pulver
14 Dosen Imun-Futter (zur Verhinderung ev. Darmbakterien)
40kg hochdosiertes Fett-Chruch Futter
40kg Fett
16 Hundejacken
850 Booties
10 grosse Drop Säcke
140 kleine Drop Säcke
Div. Notfallmedikamente
2kg Pfotensalbe
.........

Die Liste lässt sich weiter fortsetzen....

 

An dieser Stelle ein ganz herzliches DANKESCHÖN von meinen Menschen an alle, die uns in den letzten Monaten so beigestanden sind. Uns immer wieder ermutigt haben, weiter zu machen und uns unterstützen:

Unserem Freund, Mentor und Züchter und Co-Züchter unserer Hunde: Michael Jennings

 

Doug Mothersell
Mandy Lu

Levi Mothersell

Jeremiah Mothersell

Shane Hinkle

Sandy Hinkle

Laura Chilson

Lilian Kosten

Verena Cruze & Bernhard Strohmer

Franziska Kohler

Susanne Valverde & Jose Valverde

Claudia Florchinger

Peter Schimik and his two sons

Angelika Gruber

Kateřina Kurakova

Nina Klein

Daniel Klein

Benjamin Ramirez Reed

Karen Hesse Smith

Laura Chilson´s parents, Monte & Sue Chilson

Amy Strong

 

Dem Österreichischen Bundesheer, Royal Canin Norwegen, Royal Canin Österreich, Euro Divers, Husky Sprit Art & Crafts und Louis von dogbooties.com für die herzliche und äusserst liebenswürdige Art, unsere Wünsche immer und unkompliziert zu erledigen.

Einen herzlichen DANK an Hans und Christine Scheich, welche uns Haus, die daheim gebliebenen Hund und Hof hüten!
Einen Dank an Bernhard Strohmer, welcher im März nach Norwegen fliegen wird, um uns während dem Rennen zu helfen.

Ohne euch alle wäre dies nicht möglich! 

 

DANKE!

 

Und darum sage ich euch, adoptiert einen lieben, kleinen, plüschigen Caesi! Ich bin genügsam und brauche keine Eisberge und sonstige Eiswüsten am Polarkreis! Ich bin einfach nur ein liebenswürdiges, kostengünstiges Knuddel-Monster!

 

Wir lesen uns wieder, Pfote drauf

Euer Caesi

 

P.S. Jetzt haben wir ein Problem – Cleo wurde immer noch nicht gefunden. Wer schreibt jetzt meine Auslandsreportagen? 

Ein paar Eindrücke der letzten Monate. Auf das Bild klicken, um in den Facebook Ordner zu gelangen...

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